Astronomie
An dieser Stelle veröffentlichen unsere Gastautoren in loser Folge Interessantes zum aktuellen Geschehen am Sternenhimmel.
Sonnenfinsternis und Perseidennacht
Ein Himmel voller Höhepunkte
Am 12. August 2026 erwartet uns ein außergewöhnlicher Tag für alle, die den Himmel lieben. Bereits am frühen Abend zieht der Mond vor der Sonne vorbei und sorgt für eine partielle Sonnenfinsternis. Wenige Stunden später richtet sich der Blick in die Dunkelheit – dann erreichen die Perseiden, einer der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres, nahezu ihr Maximum.
Zwei Himmelsereignisse an einem Tag – eine seltene Gelegenheit, Astronomie mit allen Sinnen zu erleben.
Wenn der Mond die Sonne berührt
Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Erde und Sonne. Da seine Bahn leicht gegen die Erdbahn geneigt ist, geschieht das nur selten. Am 12. August erleben wir eine partielle Sonnenfinsternis. Der Mond verdeckt dabei nur einen Teil der Sonnenscheibe, sodass sich ihre Form sichtbar verändert.
Auch wenn die Sonne nicht vollständig bedeckt wird, ist dieses Schauspiel beeindruckend. Wer den Verlauf aufmerksam verfolgt, erkennt, wie sich der Mond scheinbar langsam über die Sonne bewegt – ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass wir Teil eines dynamischen Sonnensystems sind.
Sicherheit hat oberste Priorität
So faszinierend die Sonnenfinsternis auch ist – der Blick zur Sonne erfordert besondere Vorsicht.
Schauen Sie niemals ungeschützt in die Sonne! Bereits wenige Sekunden können zu bleibenden Schäden an der Netzhaut führen.
Für die Beobachtung dürfen ausschließlich zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen nach ISO 12312-2 verwendet werden. Auch Ferngläser, Kameras oder Teleskope dürfen nur mit geeigneten Sonnenfiltern genutzt werden. Ohne diese Filter besteht akute Gefahr für Augen und Geräte.
Wenn die Nacht Sternschnuppen bringt
Nach Sonnenuntergang beginnt der zweite Teil dieses besonderen Tages.
Die Erde durchquert im August die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Treffen diese winzigen Staubteilchen mit hoher Geschwindigkeit auf unsere Atmosphäre, verglühen sie in rund 100 Kilometern Höhe und erzeugen die leuchtenden Spuren, die wir als Sternschnuppen kennen.
Die Perseiden gehören zu den zuverlässigsten Meteorströmen des Jahres und begeistern jedes Jahr unzählige Menschen. Unter einem dunklen Himmel können innerhalb einer Stunde zahlreiche Sternschnuppen beobachtet werden. Geduld lohnt sich dabei – oft erscheinen die schönsten Meteore völlig unerwartet.
Ein dunkler Himmel macht den Unterschied
Lichtverschmutzung lässt viele Sterne und schwächere Sternschnuppen verschwinden. Deshalb bieten Regionen mit besonders dunklem Nachthimmel die besten Voraussetzungen für eindrucksvolle Beobachtungen.
Neben den Perseiden wird – je nach Wetter – auch die Sommermilchstraße als helles Band über den Himmel sichtbar sein. Wer sich einige Minuten Zeit gibt, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, entdeckt weit mehr Sterne, als in Städten jemals zu sehen sind.
Gemeinsam den Himmel entdecken
Die Veranstaltung am Reiterhof Botschatzke in Lübz-Riederfelde verbindet beide Himmelsereignisse zu einem gemeinsamen Erlebnis. Nach der Beobachtung der Sonnenfinsternis richtet sich der Blick in den Abendhimmel, wo Sternbilder, Planeten und schließlich die ersten Perseiden erscheinen.
Ob Familie, Naturfreund oder Hobbyastronom – dieser Abend bietet die Gelegenheit, den Himmel nicht nur anzusehen, sondern seine Zusammenhänge zu verstehen und gemeinsam zu erleben.
Wir freuen uns darauf, diesen besonderen Augustabend mit Ihnen zu verbringen. Hoffen wir gemeinsam auf einen wolkenfreien Himmel – denn manchmal schreibt die Natur die schönsten Programme selbst.
Sonnenfinsternis und Perseidennacht
Blick ins Universum
Kirschblüte unter der Milchstraße in Niedersachsen
Ein nächtlicher Frühlingsgruß aus Niedersachsen
Liebe Sternenfreundin, lieber Sternenfreund,
der attraktive Schütze-Arm der Milchstraße kann in den Monaten März, April und Mai gleich nach Mitternacht am Osthimmel beobachtet werden. Zu dieser Zeit ist die Atmosphäre über Mitteleuropa besonders staubarm, so dass feine Details der Milchstraße sichtbar werden.
Ich mache nach 16 Jahren Astro-Landschaftsfotografie im Vierländereck immer wieder Neuentdeckungen. Meine Aufnahmen sind in der Kirschbaumallee in Schnega entstanden.
Viel Freude beim Betrachten der Bilder wünscht Euch Helmut
Polarlichter in Mecklenburg
Liebe Polarlichtfreunde,
uns erreichten im Februar viele Polarlichtbilder. Das Farbenspiel konnte sogar mit bloßem Auge am Himmel beobachtet werden. Dennoch braucht man eine halbwegs gute Kamera, um diese leuchtenden Farben sichtbar zu machen. Das Polarlicht ist eine Leuchterscheinung durch angeregte Stickstoff- und Sauerstoffatome der Hochatmosphäre, also ein Elektrometeor. Polarlichter sind meistens in etwa 3 bis 6 Breitengrade umfassenden Bändern in der Nähe der Magnetpole zu sehen. Hervorgerufen werden sie durch energiereiche geladene Teilchen, die mit dem Erdmagnetfeld wechselwirken. Dadurch, dass jene Teilchen in den Polarregionen auf die Erdathmosphärtreffen, entsteht das Leuchten am Himmel. Der wissenschaftliche Begriff leitet sich von lat. aurora für Morgenröte und borealis für nördlich bzw. australis für südlich her (Wikipedia).
Von Erdlicht beschienener Mond
Autor: Helmut Schnieder
Liebe Sternenfreundinnen, liebe Sternenfreunde,
eine flächendeckende Monsunbewölkung über dem Indischen Ozean versprach für Montagmorgen ein intensives Erdlicht auf der Schattenseite des Mondes. Ich hatte deshalb schon am Sonntag zahlreiche Wetterdienste studiert, um Auskunft zur Himmelsqualität vor Ort und über dem Indischen Ozean für Montag 5:00 Uhr zu erfahren. Ich wünschte mir, ein Erdlicht bei besonders dünner Mondsichel fotografieren zu können. Nur 5,1 % der Mondscheibe waren zu dieser Zeit von direktem Sonnenlicht erhellt.Daneben lagen 94,9 % Mondscheibenoberfläche im Schattenbereich. Auf den Bildern 9818 und 9775 ist hier trotzdem die Landschaft des Mondes in aschgrauer Farbe erkennbar.
Warum können auf der Schattenseite des Mondes überhaupt Landschaftsformen erkannt werden? Eigentlich müsste dieser Bereich so dunkel wie das Weltall wirken, aber genau hier zeigt sich das Erdlicht. Besonders kann man die Wirkung des Erdlichts auf Bild 9818 sehen.
Sonnenlicht über Südostasien, das von Monsunwolken wieder in den Weltraum reflektiert wird, gelangt auf indirektem Wege ins Weltall und dabei auch zur Schattenseite des Mondes und macht dabei Mondlandschaften sichtbar.
Weiterhin sind auf den Bildern drei Sterne vom Sternbild Löwe erkennbar. Beim hellsten von ihnen handelt sich um Regulus.
Zur Aufnahmezeit befand sich eine feststehende Wolkenbank am Osthimmel. Der aufgehende Mond bewegte sich dahinter. Immer wenn er durch Wolkenlücken blinzelte, versuchte ich ihn mit passenden Belichtungszeiten zu fotografieren. Die von Erdlicht beschienene Mondlandschaft verlangt leistungsstarke Kamerasensoren, denn nur diese vermögen die wenigen Photonen einzusammeln und elektronisch zu verstärken, wenn sie von der Schattenseite wieder zur Erde reflektiert werden.
Leider konnte ich den Mond bis zum Sonnenaufgang nie wolkenfrei fotografieren, deshalb fehlt der Mondlandschaft auch etwas Kontrast.
Die Bilder 9793 und 9747 sind durch Unterbelichtung entstanden, damit werden Mondkrater auf der dünnen Sichel sichtbar.
Bild 9865 ist während der Astronomischen Dämmerung entstanden. Die blaue Himmelsfarbe entsteht in diesem Dämmerungsabschnitt durch Lichtstreuung an Ozonmolekülen.
Erdlicht ist keine Selbstverständlichkeit, denn am 27.9.24 konnte ich zum Beispiel trotz klarem Himmel - wegen fehlender Monsunwolken - keine Landschaften auf der Schattenseite erkennen.
Viel Freude beim Betrachten der Bilder wünscht Euch
Helmut
Technische Angaben zur Fotografie
Sicherlich werdet Ihr Euch gefragt haben, mit welcher Ausrüstung die Bilder vom Sichelmond und dem Erdschein entstanden sind. Alle Aufnahmen sind mit dem 400mm F 2,8 plus 1,4 X Konverter an einer Sony 7 R V entstanden. Eine Montierung zur Nachführung habe ich nicht verwendet. Mit Hilfe von Photoshop wurden später beträchtliche Vergrößerungen vom Original vrgenommen.
Meine Endbrennweite war damit 560 mm. Dieser Wert ist für einige Berechnungen wichtig.
1. Damit beträgt die Größe des Mondes 5,6 mm bei meinem verwendeten Aufnahmeformat von 24 x 36 mm. Für CANON APSC wird die Größe des Mondes noch einmal mit dem Faktor 1,6 und bei NIKON APSC, SONY APSC, FUJI APSC mit 1,5 multipliziert.
2. Um scharfe Astro-Aufnahmen trotz Erdrotation zu bekommen, gilt folgende Formel für Vollformataufnahmen: Das Ergebnis von Brennweite X Verschlußzeit darf nicht größer als 500 sein. Besser ist ein Wert von 150 oder 250. Meine Erlichtaufnahmen sind mit 0,4 Sekunden X 560mm gleich 224 entstanden.
Das Licht des Sichelmondes war am Aufnahmetag 150-mal stärker als die vom Erdlicht erhellten Schattenseite. Ich wählte für die Erdlichtaufnahmen Blende 4, Verschlußzeit: 0,4 Sekunden, ISO 4000. Wegen der vielen Windböen hatte ich mein Auto so geparkt, dass es mir Windschatten geben konnte. Alle Bilder sind per Funkauslöser entstanden, um Erschütterungen zu vermeiden. Ohne Funkauslöser würde ich für den Kameraselbstauslöser eine Vorlaufzeit von zehn Sekunden wählen. Ein stabiles Stativ verwenden und bei Wind noch ein zweites Stativ für die Kameraabstützung einsetzen.
Wenn der Mond während der Aufnahme genau in der Bildmitte steht, können grüne Lichtreflexe im Bild entstehen, deshalb sollte der Mond immer seitlich im Bild stehen.
Clear Skies wünscht Euch Helmut
Über aktuelle Sternbilder, Mondphasen und Planeten können Sie sich hier informieren:
Aktuelle Sternbilder und Planeten – Vereinigung der Sternfreunde e.V.
Wer noch mehr erfahren möchte über diverse Himmelskonstellationen oder der Starlinklichterkette in 2025 oder über nahende Asteroiden der findet in diesem Link viele spannende Informationen:
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